[21.07.10] STEVENS-Triathlet Clemens Coenen schildert seine Eindrücke vom Ironman Roth:
Lieber vorne sterben, als hinten erben!
Die Ironman-Challenge Roth war erst meine zweite Langdistanz in dieser Saison und hatte es in sich, war doch das Starterfeld mit Weltklasse-Athleten besetzt.
Die Vorbereitung auf diesen Wettkampf, der auch gleichzeitig als Deutsche Meisterschaft zählte, verlief etwas holperig. Eine Erkältung zehn Tage vor dem Rennen mögen wohl auch ein Grund gewesen sein, warum ich nicht ganz auf der Höhe war - soll jetzt aber im Nachhinein nicht nach einer Ausrede klingen.
Doch einfach der Reihe nach: Das Schwimmen verlief für mich nach Wunsch. Nach einem guten Start fand ich mich in der Gruppe mit den vermeintlichen Favoriten wieder und verließ als 20. das Wasser.
Ich wollte auf der Radstrecke mit dem neuem Stevens Volt gleich mal was riskieren und versuchen, von Beginn an mit den besten Radfahrern unter den Triathleten - dazu zählen Sebastian Kienle und Norman Stadler - mitzuhalten. Im Nachhinein muss ich mir eingestehen, dass deren Tempo viel zu hoch für mich war. Auf den ersten 20 Kilometer musste ich an jeder kleinen Steigung ans Limit gehen, um den Kontakt nicht zu verlieren. Als dann nach 40 Kilometern Sebastian Kienle (der neue Radstreckenrekordhalter!) die erste ernste Attacke setzte, musste ich endgültig reißen lassen. Auf den verbleibenden 140 Kilometern war ich mehr oder weniger auf mich allein, denn den anderen "Opfern" des hohen Starttempos ging es entweder noch schlechter als mir oder sie fielen mit Defekt zurück.
Meine Beine waren so zu und fest, dass es echt eine sehr zähe Sache wurde - auf Platz acht liegend und mit der achtbesten Radzeit stieg ich schon recht angeschlagen vom Bike.
Energie hatte ich noch genug, aber die Muskeln waren dicht. So war der abschließende Marathonlauf auch nicht mehr sehr schnell. Das erste Drittel verlief noch zufrieden stellend und ich hoffte auf eine zweite Luft aber die kam einfach nicht. So ging es langsam aber sicher nur noch im Joggingtempo weiter. Als ich dann die Top 10 in weite ferne rückten, verließ mich der Kampfgeist ein und so blieb als letztes Ziel nur noch ein aufrechtes Finish auf dem Rother Festplatz als 19. in 8:47 Stunden.
Da ich seit zehn Monaten stolzer Papa bin, ließ ich es mir nicht nehmen, den kleinen Tim mal live an einem Langdistanz-Finish teilhaben zu lassen.
Bei Stevensbikes möchte ich mich für die tolle Unterstützung in den vergangenen Monaten bedanken: Das Volt war in Roth echt eine Rakete.
http://www.triathlon.de/mein-rad-fur-roth-clemens-coenen-21167.html
Das nächste große Rennen findet dann auf Hawaii statt - dort wird mir dann wohl auch mal wieder ein guter Marathon gelingen (denn ironischerweise bin ich dort in der Hitze mit 3:02 Stunden meinen bisher schnellsten Lauf gerannt ...).
Clemens Coenen